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Viel Wind in Thüringen

Schon am Vortag des GCC-Rennens in Schleiz war klar, dass es eine harte Nummer werden würde. Schleiz befindet sich in Thüringen, im Saale-Orla-Kreis. Eine schöne, hüglige Landschaft mit nur wenigen, kleineren Waldflächen. Schutz vor dem für den Renntag angesagten starken Wind war daher nicht zu erwarten. Auch die 1.900 Höhenmeter, die für die 141 km-Runde angegebenen wurden, machten die Sache nicht besser.

Am Renntag selbst herrschte angenehmes Wetter mit rund 23° und leicht bewölktem Himmel – der Wind blies wie angesagt…

Vom Team Lübbering war ich der einzige männliche Teilnehmer. Ansonsten trauten sich offensichtlich nur unsere Damen die schwere und äußerst selektive Strecke zu ;-)

Tanja Hennes ging bei der „kurzen“ Distanz mit 95 km und 1.300 Höhenmetern an den Start, für mein Rennen hatten sich Manuela Freund, Merle Kaase und Anna Otte eingeschrieben.

Pünktlich um 9 Uhr erfolgte der Startschuss an der Querspange, einem Teil der ältesten Naturrennstrecke Deutschlands. Einige wenige Kilometer verlief das Rennen auf der Rennstrecke, bevor es dann auf den dreimal zu absolvierenden Rundkurs von 45 km ging.

Es kam, wie es kommen musste: Von Beginn an legten die Spitzenteams ein enorm hohes Tempo vor, das Gelbe Trikot immer vor dem stärker werden Westwind abschirmend. Ich konnte in der ersten Runde das Führungsfeld halten, allerdings sank mein Puls nie unter 170 bpm und der Tacho selten unter 45 km/h. Mir war klar, dass ich das Ziel nicht in der ersten Gruppe erreichen würde, wenn das so weiter ginge. Neben dem Wind und dem stets profilierten Gelände war die Streckenführung selbst äußerst anspruchsvoll. Meist führte die Strecke über schmale, aber gut asphaltierte landwirtschaftliche Wege, kurz unterbrochen durch Abschnitte auf größeren Straßen. Daher war es von Beginn an schwer, Plätze im Feld gut zu machen und sich weiter vorne aufzuhalten. Ein stetiger Kampf gegen den Abriss vom Hauptfeld…

Nach 1,5 Runden bei Kilometer 65 war es dann so weit; das zu diesem Zeitpunkt noch ca. 50 Mann starke Fahrerfeld teilte sich aufgrund des deutlich stärkeren Windes und der dadurch immer wieder entstehenden Windkante, häufig bergauf, in drei Teile.

So fand ich mich in einer 12-köpfigen Gruppe wieder. Zwei Fahrer vom Team Strassacker, zwei vom Team Merida Druck sowie weitere zwei Fahrer vom Team Rheinhessen – so schlecht konnte meine Platzierung ja nicht sein…

Von nun an wurde es etwas ruhiger. Unsere Durchschnittsgeschwindigkeit von rund 40 km/h bis zu diesem Zeitpunkt sollte bis ins Ziel auf rund 36 km/h zusammenschrumpfen. Grund hierfür war vor allen Dingen der Wind. Dieser hatte seit dem Start immer weiter aufgefrischt und fegte nun in stürmischen Böen über das offene Gelände. Mit meiner 12 Mann starken Gruppe war der Windschatten deutlich geringer als zuvor im größeren Feld und etwas Führungsarbeit musste auch geleistet werden. So schlugen wir uns die restlichen rund 70 km bis zum Ziel durch.

Ich konnte mich als Drittplatzierter in meiner Gruppe durchsetzen und über einen gesamt 41. Platz freuen. In meiner Altersklasse „Masters 2“ reichte diese Platzierung noch für den 7. Platz.

Unsere Damen mussten dem Wind auf der großen Runde teilweise alleine trotzen, da sich keine größeren Gruppen bildeten. Trotz dieser extremen Belastung konnte sich das „Damenteam“ über zwei Podiumsplätze freuen; Manuela Freund wurde Gesamtzweite, Anna Otte Dritte.

Tanja Hennes erwischte leider keinen guten Tag und beendete ihr Rennen nicht.

Viel Wind in Thüringen